Weitere Infos

Was erwarte ich von meinen Welpenkäufern?

 

  • artgerechte und sorgfältige Aufzucht und Haltung des Welpen und erwachsenen Hundes als Familienmitglied (Zwingerhaltung verbiete ich in meinen Kaufverträgen!), d.h. ausgewogene Fütterung (zumindest im ersten Lebensjahr, in dem Doggen ein enormes Wachstum zurücklegen und sehr anspruchsvoll sind was die Fütterung angeht, rate ich von reiner Frischfleischfütterung (BARF) ab), altersgerechte Bewegung, enger Familienanschluss. Besonders in der sensiblen Wachstumsphase der Dogge im ersten Lebensjahr (in der der Welpe sein Geburtsgewicht von 500-800 Gramm verhundertfacht!!!) ist es wichtig, dass Sie den Rat von mir als Züchterin suchen und befolgen, vor allem wenn Sie noch keine Erfahrung mit Doggen haben
  • regelmäßiger Kontakt zur Züchterin: ich erwarte nicht, dass Sie mir täglich schreiben oder anrufen. Ich werde auch Ihnen nicht auf die Nerven gehen keine Sorge 😉 Ich erwarte aber, dass Sie das ganze Hundeleben lang bereit sind, mich mit Informationen und Fotos des Hundes zu versorgen, mich um Rat zu fragen bei schwerwiegenden Problemen oder Entscheidungen, mich über den Tod des Hundes und schwere Erkrankungen zu informieren und mir die Möglichkeit einräumen, den Hund ab und zu (ca. einmal im Jahr) zu sehen, z.B. bei einem meiner Welpentreffen. Wenn Sie nach dem Kauf des Welpen keinen Kontakt zum Züchter wünschen bin ich die falsche Ansprechpartnerin! Es gibt genug Züchter, die sich nicht für Ihre Nachzuchten interessieren, nach dem Motto: aus den Augen aus dem Sinn.
  • Gesundheitsuntersuchungen: um die Gesundheit meiner Nachzucht evaluieren zu können bin ich auf ihre Mitarbeit angewiesen. Ich empfehle allen meinen Welpenkäufern alle 1-2 Jahre eine Herzultraschalluntersuchung vornehmen zu lassen als Vorsorge. Außerdem sind für mich auch Röntgenergebnisse von Hüften, Ellenbogen und Rücken interessant. Diese schreibe ich aber nur bei Hunden vor, die in die Zucht gehen sollen.
  • Zuchteinsatz: wenn Sie mit einem Hund von mir züchten möchten müssen Sie mich vor dem Kauf darüber informieren. Ich manage meine Nachzucht. Für Hunde, die ich für wertvoll für die Zucht erachte versuche ich Halter zu finden, die bereit sind eine Zuchtzulassung zu machen und in enger Zusammenarbeit mit mir den Hund in der Zucht einzusetzen. Für alle anderen Hunde ist in meinen Kaufverträgen ein Zuchtverbot enthalten, denn ich möchte planlose, ja gar Schwarzzucht mit meinen Hunden von vornherein unterbinden.
  • keine Kastration vor dem Alter von 18 Monaten! (Außer aus medizinischen Gründen wie Hodenhochstand oder Gebärmutterentzündung o.ä.) Ich habe grundsätzlich kein Problem mit der Kastration von Hunden (auch wenn diese nicht immer notwendig und zielführend ist. Sie ersetzt nicht die Erziehung und hat auch Nebenwirkungen). Aber Doggen sind Spätentwickler, darum kann eine zu frühe Kastration zu körperlichen und psychischen Schäden führen. Die Sexualhormone sind nicht nur für das Sexualverhalten zuständig, sie regeln auch viele andere körperliche Prozesse und sind letztendlich auch notwendig, damit der Hund psychisch erwachsen wird. Dies ist bei Deutschen Doggen erst mit 2-3 Jahren der Fall. Das Höhenwachstum der Dogge ist mit etwa 12 Monaten abgeschlossen, doch der Muskelaufbau und die mentale Entwicklung noch lange nicht. Wenn eine Dogge zu früh kastriert wird führt das zu einem verlängerten Höhenwachstum, was das Risiko von Knochenkrebs begünstigen kann und orthopädische Probleme wie den Kreuzbandriss. Auch wird eine zu früh kastrierte Dogge psychisch nie erwachsen. (Alle Infos zur Kastration zu Hunden sind in diesem hervorragenden Buch zu finden: klick)

 

 

Was können meine Welpenkäufer von mir erwarten:

 

  • sorgfältig geplante Verpaarungen: bei meinen Wurfplanungen lege ich größten Wert auf Langlebigkeit, Gesundheit, ein familientaugliches Wesen und einen standardnahen Körperbau ohne Übertreibungen. Ich verwende nur Elterntiere, deren Herzultraschall (ohne Befund) nicht älter als ein Jahr ist (keine Pflicht im DDC) und die mindestens HD geröngt sind (HD A-C), wobei ich meine Hündinnen auch an den Ellenbogen und den Rücken röntgen lasse (was keine Pflicht ist im DDC), ich bemühe mich ältere Rüden (frühestens ab 3 Jahren) einzusetzen, Hunde mit vielen alten Ahnen, mit angenehmen Wesen ohne aggressives oder ängstliches Verhalten, ich betreibe keine Inzucht, und verwende nur Doggen, mit rassetypischem, sportlichen Körperbau und gesunder Anatomie. Trotzdem kann ich natürlich keine Garantie geben dass alle meine Nachzuchten perfekt werden, die Natur und der Zufall haben auch noch ein Wörtchen mitzureden bei der Zucht. Aber wenn Probleme auftreten sollten bin ich für Sie da! (siehe unten)
  • sorgfältige Aufzucht und Sozialisierung: die ersten Lebenswochen prägen einen Hund sein Leben lang. Darum achte ich auf eine altersgerechte Sozialisierung und führe meine Welpen an alle Gegebenheiten des Alltags heran: fremde Geräusche und Gerüche, Menschen verschiedenen Alters, andere Tiere und Hunde, verschiedene Untergründe, Auto fahren, Halsband- und Leinentraining etc. Meine Welpen werden im Wohnzimmer geboren und wachsen mit engem Menschenkontakt auf. Sie erhalten hochwertiges Welpenfutter und werden umfassend tierärztlich betreut, geimpft, gechipt und ziehen mit Impfpass, Ahnentafel vom DDC, Elternschaftsgutachten und einem Welpenpaket aus. 
  • Beratung: ich stehe Ihnen ein Hundeleben lang zur Seite: wann immer Sie Rat suchen oder Hilfe brauchen, sei es bei Erziehungsproblemen, Haltungsfragen, oder dem Auftreten von Krankheiten: Sie können mich jederzeit kontaktieren. Und auch im Todesfall werde ich Ihnen beistehen! Sollte es einmal zu einer unvorhersehbaren Situation kommen nehme ich meine Nachzucht auch jederzeit zurück bzw. helfe bei deren Vermittlung. In meinen Kaufverträgen ist ein Vorkaufsrecht für mich als Züchterin enthalten. 
  • Welpentreffen: ich veranstalte mindestens einmal im Jahr ein Welpentreffen, zu dem jeder meiner Welpenkäufer herzlich eingeladen ist. Dort können Sie die Verwandtschaft Ihres Hundes und deren Halter kennenlernen, was sehr spannend ist! 
  • Transparenz: genauso wie ich von Ihnen erwarte, mich über schwere Krankheiten oder gar den Tod Ihres Hundes zu informieren so werde ich auch Sie darüber informieren, wenn bei den Geschwistern oder den Eltern Ihres Hundes Probleme auftreten.

 

Sind Sie für eine Dogge geeignet?

Eine Dogge hat zuerst einmal die gleichen Ansprüche wie jeder andere Hund auch. Dabei ist der wichtigste Faktor die Zeit.

  • Faktor Zeit: einen Welpen kann man in den ersten Wochen nach seinem Einzug erst einmal gar nicht alleine lassen. Dies muss man dem Hund Schrittweise angewöhnen und frühestens mit einem Jahr ist er in der Lage, mehrere Stunden am Stück alleine zu bleiben (ohne die Bude auseinander zu nehmen und sich dabei selbst zu gefährden). Wenn Sie und ein evtl. vorhandener Partner also jeden Tag Vollzeit außer Haus arbeiten ist ein Hund nicht das richtige Haustier. Hunde sind soziale Tiere und sie jeden Tag 8-10 Stunden alleine zu lassen ist in meinen Augen Tierquälerei. 
  • Faktor Platz: als Doggenhalter wird man oft gefragt, ob man denn auch ein großes Haus mit Garten hätte oder ob der Hund ein eigenes Zimmer hat. Nun, einer Dogge (und jedem Hund) ist es erst einmal vollkommen egal, ob er in einem Schloss mit 20 Zimmern oder in einer kleinen Wohnung lebt, wenn seine Bedürfnisse nach sozialer Nähe, einem weichen warmen Bett, Bewegung, Futter und Wasser befriedigt sind. Eine Dogge hält sich eh immer in dem Raum auf, wo auch Ihre Menschen sind und je näher Sie dem Menschen dabei sein kann, umso besser für die Dogge (nicht unbedingt für Sie 😉 ). Die Frage ist also eher: wie groß ist Ihr Sofa (und Ihr Herz) und nicht wie groß ist Ihr Haus. Auch ein Garten ist nicht unbedingt notwendig um eine Dogge halten zu können. Es ist zwar für den Halter sehr angenehm, wenn er nicht für jedes Geschäft mit nach draußen gehen muss sondern einfach die Terrassentüre aufmachen kann, aber die täglichen Spaziergänge ersetzt ein Garten nicht!!! Eine erwachsene Dogge muss jeden Tag mindestens eine Stunde außerhalb Ihres Grundstücks möglichst viel ohne Leine rennen und spielen dürfen, um nicht geistig und körperlich zu verkümmern. Zuhause sind Doggen aber ruhig und in meinen Augen z.B. auch viel besser für die Stadt geeignet als kleine, quirlige und bellfreudige Hunde wie Terrier o.ä. Ich habe mit meinem ersten Rüden 7 Jahre mitten in Berlin gelebt, in einer WG und in einer Einzimmerwohnung. Es war überhaupt kein Problem für Ludwig, er hat jeden Tag viel Auslauf gehabt und viele Kontakte mit anderen Hunden und Menschen. 
  • Faktor Geld: Das Finanzielle ist nicht ganz unwichtig, wenn man eine Dogge haben möchte, und der Anschaffungspreis ist da der geringste Kostenfaktor. Wenn Ihnen bereits der Preis für einen Doggenwelpen mit VDH/FCI Papieren (dieser liegt je nach Züchter, Farbe und anderen Faktoren zwischen 1200 und 2200 Euro) zu hoch ist, dann können Sie sich eine Dogge definitiv nicht leisten, denn den Anschaffungspreis gibt man jedes Jahr für den Unterhalt aus! Die Futterkosten betragen mind. 100 Euro im Monat (je nach Futter und Art der Fütterung). Hinzu kommen die Kosten für die Versicherungen (OP-und Haftpflicht) die noch einmal um die 30 Euro im Monat betragen. Sämtliches Zubehör wie Halsbänder, Leinen, Hundebetten etc. schlagen mit umgerechnet ca. 20 Euro im Monat zu Buche. Und dann kommen noch die Tierarztkosten dazu und die sind bei einem Hund mit dem Gewicht eines Menschen sehr hoch, denn sämtliche Medikamente werden nach Kilos berechnet, und da kann eine einfache Grippe oder Blasenentzündung schon bei 200 Euro liegen. Und Ihr Hund ist Privatpatient, d.h. Sie müssen jede Rechnung aus eigener Tasche und sofort bezahlen. Es gibt mittlerweile auch Krankenversicherungen für Hunde, die ab 50 Euro im Monat beginnen. Mir persönlich sind diese (noch) zu teuer, aber eine OP-Versicherung sollte jeder Doggenhalter abschließen, denn wenn es zu Operationen kommt ist man mit einer Dogge schnell im vierstelligen Bereich. Man muss kein Millionär sein um eine Dogge halten zu können, ein gewisses finanzielles Polster sollte aber schon vorhanden sein, vor allem für den Notfall!

 

Wie ist eine Dogge?

Die wichtigste Frage vor der Anschaffung einer Dogge ist aber wohl die Frage, ob Sie überhaupt zu einem selbst, zu den eigenen Lebensumständen und zur Familie passt. Wie kann man Doggen also beschreiben? Erstmal ist natürlich jede Dogge ein Individuum mit ihrer eigenen Persönlichkeit. Einige Merkmale gibt es aber doch, die eine Deutsche Dogge charakterisieren. Diese sind auch im Standard der Dogge zu finden. Dort steht:

„Freundlich, liebevoll und anhänglich gegenüber ihren Besitzern, Fremden gegenüber darf sie zurückhaltend sein. Gefordert wird ein selbstsicherer, unerschrockener, leichtführiger, gelehriger Begleit- und Familienhund mit einer hohen Reizschwelle, ohne Aggressivverhalten.“

Doggen werden oft als „sanfte Riesen“ angepriesen. Dies suggeriert, dass sie von Geburt an automatisch immer sanft und brav sind, ohne jede Erziehung. Das ist natürlich falsch. Die erste Voraussetzung damit eine Dogge ein „sanfter Riese“ wird ist eine gute Zucht mit wesensfesten Elterntieren und einer engagierten Sozialisierung und Aufzucht in den ersten Lebenswochen. Und dann ist der Besitzer gefragt, diese Arbeit weiter zu führen: eine Dogge MUSS von Anfang an konsequent erzogen werden und die Sozialisierungsarbeit des Züchters muss fortgesetzt werden. D.h. die neuen Besitzer müssen der jungen Dogge die Welt zeigen und sie souverän durch die Welt führen. Wenn diese Voraussetzungen alle erfüllt sind wird eine Dogge tatsächlich zum sanften Riesen, aber:

1. ist eine Dogge erst mit 2-3 Jahren richtig erwachsen. Ihre finale Größe und den Großteil Ihres Gewichts hat die Dogge aber bereits mit etwa einem Jahr erreicht und in diesem Alter ist sie mental vergleichbar mit einem pubertierenden Teenager, wobei die Pubertät bei Rüden meist ausgeprägter ist als bei Hündinnen. Sie dürfen sich also auf ein gelegentliches körperliches und geistiges Kräftemessen mit einem 60-80kg Jungspund einstellen, das umso anstrengender ist je weniger Vorarbeit Sie in den Monaten davor geleistet haben. Ein Junghund hat außerdem einen ausgeprägteren Bewegungsdrang als ein älteres Tier. Erwarten Sie also nicht von einer einjährigen Dogge ein anspruchsloses Couchpotato zu sein. Doggen waren früher Jagdhunde, Sie sind durchaus sportlich und aktiv. Manche haben auch noch Jagdtrieb, dies ist aber zum Glück mittlerweile selten. Wenn Sie einen Hund möchten, der den ganzen Tag nur dekorativ auf dem Sofa rumliegt und mit gelegentlichem Aufenthalt im Garten zufrieden ist ist eine Dogge nicht für Sie geeignet. Eine Dogge braucht wie bereits oben geschrieben regelmäßige Bewegung. Dabei ist sie aber zum Glück bei weitem nicht so anspruchsvoll und fordernd wie ein Husky oder ein Schäferhund.

2. ist eine Dogge wie im Standard beschrieben Ihrer Familie gegenüber extrem anhänglich und loyal. Sie ist liebevoll und verschmust und kann trotz Ihrer Größe erstaunlich feinmotorisch sein. (Sie kann aber auch sehr grobmotorisch und tollpatschig sein, und so ein Pfotenhieb oder ein kräftiges Schwanzwedeln können blaue Flecken hinterlassen).  Ich bezeichne Doggen immer als Schoßhunde im Körper eines Kalbs. Sie brauchen die Nähe zu ihren Menschen, darum sind sie für Zwingerhaltung auch vollkommen ungeeignet. Fremden gegenüber „darf“ sie aber zurückhaltend sein und das bedeutet im Umkehrschluss: viele Doggen haben einen mehr oder weniger ausgeprägten Wachtrieb, sie beschützen ihre Familie und ihr Territorium. Dieser Wachtrieb muss von Anfang an gesteuert und in die richtigen Bahnen gelenkt werden. Wenn Sie einen Hund möchten, der jeden Besucher schwanzwedelnd begrüßt dann ist eine andere Rasse, z.B. ein Border Collie, sicher besser für Sie geeignet.

 

Rüde oder Hündin?

Wenn Sie sich nun also für eine Dogge entscheiden haben stellt sich als Letztes die Frage, ob es ein Rüde oder eine Hündin sein soll. Was die Anhänglichkeit und Verschmustheit angeht sind zwischen den beiden Geschlechtern kaum Unterschiede fest zu stellen. Oft sind Doggenrüden sogar richtige Sensibelchen und Mamasöhnchen. Grundsätzlich sind Rüden natürlich im Normalfall größer und schwerer als eine Hündin und haben einen markanteren Kopf mit mehr Belefzung (wodurch sie eher zum Sabbern neigen). Der größte Unterschied liegt meiner Erfahrung nach in der Pubertät. Diese beginnt im Alter von etwa 9 Monaten und endet mit etwa 24 Monaten, und kann bei Rüden anstrengend sein, denn sie testen sich – so wie menschliche pubertierende Jungs – aus und neigen in dieser Zeit zum „Prollen“. D.h. man muss die Leinenführigkeit und den Umgang mit männlichen Artgenossen in dieser Phase ganz gezielt und kontrolliert trainieren. Bei Hündinnen ist die Pubertät weniger stark ausgeprägt. Sie können in dieser Phase auch nerven und z.B. ihr Gehorsam „vergessen“ aber zu aggressivem Verhalten neigen sie weniger. Wobei es auch mal zickige Hündinnen gibt. Wenn die Pubertät erst einmal überstanden ist und man erwachsene gesetzte Hunde hat dann sind die Geschlechtsunterschiede eher gering. 

 

Wenn Sie sich mit meinen Ansprüchen und Idealen identifizieren können und denken, dass eine Dogge gut in Ihr Leben passt freue ich mich, wenn Sie frühzeitig mit mir Kontakt aufnehmen: ruth.stolzewski@gmx.de

Am liebsten ist es mir, wenn ich potenzielle Welpenkäufer schon vor einem Wurf kennenlerne. Sie können mich und meine Hunde nach Voranmeldung gerne besuchen kommen!